Quittengelee symbolisiert für mich den Herbst. Ich liebe diese wunderschöne Frucht – sie ist wie aus einer anderen Zeit. Wenn ich Quitten im Garten sehe oder in der Küche verarbeite, kommt es mir so vor als würde ich eine Zeitreise in die Vergangenheit machen.
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Kurz gesagt: Für mein Quittengelee kochst du die Quitten mit Wasser aus, lässt den Saft über Nacht ziehen und kochst ihn dann mit Zitrone und Gelierzucker 2:1 kurz sprudelnd auf. Du brauchst nur 3 Zutaten – und das Gelee wird schön klar und zartrosa. Direkt zum Rezept

Sehr gerne stelle ich eine große Schale Quitten in die Küche – sie verbreiten einen wunderbar süßlichen Duft. Früher hat man angeblich gerne eine Quitte in den Schrank gelegt, um der Wäsche einen schönen Duft zu verleihen.

Das Kochen von Quitten ist nochmal eine Duftsteigerung! Wenn du Quittengelee kochst, wirst du dein Zuhause durch und durch parfümieren. Wenn du ein Quittengelee richtig vorbereitest, kannst du diesen wunderbaren Duft einfangen und zu jeder Jahreszeit genießen.
Mehr zu der wunderbaren Quitte erfährst du auf diesen Wikipedia Link.
Quittengelee selber machen – so geht’s (ohne Entsafter)
Bei der Zubereitung des Quittengelees wirst du die vorbereiteten Quittenstücke im Wasser für eine gute halbe Stunde kochen. Um das Aroma intensiv festzuhalten, lohnt es sich, die gekochten Quitten über Nacht im Wasser ziehen zu lassen. Wenn es schnell gehen soll, kannst du diesen Schritt auslassen und den Quittensaft sofort weiterverarbeiten.






Das Obst und den Saft solltest du durch ein Küchentuch schütten. So werden auch feine Stückchen aufgefangen und du wirst ein klares Gelee herstellen. Wenn dir die Klarheit besonders wichtig ist, empfiehlt es sich, das Küchentuch nicht auszupressen, sondern länger als eine halbe Stunde über einer Schüssel abtropfen zu lassen.




Zitronensaft und Gelierzucker dazu geben und zum Kochen bringen. Geliertest durchführen und die Einmachgläser mit Quittengelee füllen.
Die Gelierprobe – so wird dein Gelee sicher fest
Stell vor dem Kochen einen kleinen Teller ins Gefrierfach. Wenn der Saft mit dem Gelierzucker lange genug sprudelnd gekocht hat, gibst du einen Teelöffel davon auf den kalten Teller. Wird der Klecks nach einer Minute fest und legt beim Anschieben kleine Falten, ist dein Gelee fertig. Bleibt er flüssig, kochst du noch ein bis zwei Minuten weiter und machst die Probe noch einmal.
Quittengelee aus Saft oder mit dem Dampfentsafter
Du kannst den Quittensaft auch mit einem Dampfentsafter gewinnen. Das ist praktisch, wenn du viele Quitten hast: Die Stücke kommen in den Siebeinsatz, der Saft läuft klar in den Auffangbehälter und du musst nichts abtropfen lassen. Wie lange das dauert, hängt von deinem Gerät und der Menge ab – halte dich an die Anleitung des Herstellers. Den fertigen Saft verarbeitest du dann genauso weiter wie im Rezept unten.
Übrigens: Auch aus gekauftem Quittensaft kannst du Gelee kochen. Achte darauf, dass es 100 % Direktsaft ohne Zuckerzusatz ist.
Varianten: Quittengelee mit Gewürzen, Apfel oder Orange
- Weihnachtlich: 1 Zimtstange und 2 Nelken im Saft mitkochen und vor dem Abfüllen herausnehmen.
- Mit Vanille: eine halbe ausgekratzte Vanilleschote mitkochen.
- Mit Ingwer: ein paar dünne Scheiben frischen Ingwer mitkochen – schön frisch und leicht scharf.
- Mit Apfel: einen Teil des Quittensafts durch Apfelsaft ersetzen. Wie du Apfelsaft selbst machst und haltbar machst, zeige ich dir hier.
- Mit Orange: statt der Zitrone den Saft einer Bio-Orange und etwas abgeriebene Schale nehmen.
- Mit Schuss: nach dem Kochen 2–3 EL Calvados, Quittenbrand oder Rum unterrühren – ein schönes Geschenk für Erwachsene.
Quittenreste verwerten
Die Quittenreste brauchst du nicht weiter für das Gelee. Es ist allerdings schade, sie zu entsorgen. Du kannst sie pürieren und nach Geschmack etwas Zucker dazu geben. Das Quittenmus schmeckt wunderbar zum Frühstück ins Müsli oder zum Eis als Dessert.
Alternativ kannst du die Quittenreste zu einem leckeren Quittenbrot verarbeiten. Quittenbrot oder Quittenspeck schmeckt sehr gut als Beilage zu Käse.
Hier der Link zu dem Rezept:


Das Rezept: Quittengelee nach Omas Art

Quittengelee
Kochutensilien
Zutaten
- 1,5 Kg Quitten am besten Bio
- 500 g Gelierzucker 2:1
- 1 Zitrone am besten Bio
Anleitungen
- Quitten waschen und Flaum mit einem Tuch entfernen.
- Quitten in kleine Stücke schneiden und Kerngehäuse entfernen.
- Quittenstücke in einen Topf geben und mit Wasser füllen, bis sie bedeckt sind. Wasser zum Kochen bringen und für eine gute halbe Stunde köcheln lassen.
- Um einen intensiven Geschmack zu erzielen, die Quitten mindestens 5 Stunden oder über Nacht im Wasser ziehen lassen.
- Den Quittensaft durch ein Sieb oder Küchentuch schütten. Die Flüssigkeit auffangen. Die gekochten Quitten können zu einem Mus oder Quittenbrot verarbeitet werden.
- 700 ml des Quittensaftes abmessen und in einen Topf schütten. Die Zitrone auspressen und den Saft dazu geben. Den Quittensaft erhitzen und zum Kochen bringen.
- Gelierzucker einrühren und unter Rühren aufkochen. Dann 3–4 Minuten sprudelnd kochen lassen (Angabe auf deiner Gelierzucker-Packung beachten). Gelierprobe machen, eventuellen Schaum abschöpfen und das heiße Gelee randvoll in heiß ausgespülte Gläser füllen. Sofort fest verschließen.
Notizen
Nährwerte
Häufige Fragen zu Quittengelee
Muss ich Quitten für Gelee schälen?
Nein. Reib nur den pelzigen Flaum mit einem Küchentuch ab. Die Schale bleibt dran – sie steckt voller Aroma und Pektin, das dein Gelee fest werden lässt.
Warum wird mein Quittengelee nicht fest?
Meist hat es zu kurz gekocht oder es war zu viel Saft im Verhältnis zum Gelierzucker. Mach vor dem Abfüllen immer die Gelierprobe. Ist das Gelee schon im Glas und bleibt flüssig, kannst du es zurück in den Topf geben, etwas Zitronensaft ergänzen und noch einmal sprudelnd aufkochen.
Warum ist mein Gelee trüb?
Wenn du das Tuch beim Abtropfen auspresst, gelangen feine Fruchtteilchen in den Saft. Für ein klares Gelee lässt du den Saft einfach in Ruhe durchlaufen – das dauert, lohnt sich aber.
Warum ist Quittengelee rosa?
Die schöne rosa bis bernsteinrote Farbe entsteht beim Kochen und Ziehenlassen. Je länger die Quitten im Wasser ziehen, desto kräftiger wird sie.
Kann ich Quittengelee ohne Gelierzucker kochen?
Ja, Quitten haben viel eigenes Pektin. Mit normalem Zucker musst du den Saft allerdings deutlich länger einkochen, bis die Gelierprobe klappt. Das Gelee wird dann süßer und dunkler. Für den Anfang empfehle ich dir Gelierzucker 2:1 – damit gelingt es zuverlässig.
Wie lange ist Quittengelee haltbar?
Heiß in saubere, heiß ausgespülte Gläser gefüllt und gut verschlossen hält es sich kühl und dunkel gelagert etwa ein Jahr. Ein geöffnetes Glas gehört in den Kühlschrank und sollte innerhalb von ein paar Wochen aufgegessen werden.
Wozu passt Quittengelee?
Klassisch aufs Frühstücksbrot, aber auch wunderbar zu Käse, zu Pfannkuchen oder als Füllung für Weihnachtsplätzchen wie Spitzbuben. Probier es mal mit meinen Butterplätzchen. Und in einem hübschen Glas mit selbst geschriebenem Etikett ist es ein schönes Geschenk aus der Küche.
Kann ich Quittengelee ohne Zucker kochen?
Ganz ohne Zucker wird Quittengelee nicht fest und hält sich auch nicht lange – der Zucker sorgt für beides. Wenn du weniger Zucker möchtest, nimm Gelierzucker 3:1. Dann ist das Gelee etwas weniger lange haltbar und gehört nach dem Öffnen schneller in den Kühlschrank.
Wie viele Quitten brauche ich für Quittengelee?
Aus 1,5 kg Quitten bekommst du etwa 1 Liter Saft. Mit 500 g Gelierzucker 2:1 reicht das für ungefähr 5 Gläser.
Guten Appetit!

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